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Radar - Wetter - Vogelzug

Vorsitzender: Dipl.-Met. Wilhelm Ruhe, M. Sc., Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr
Stellvertreter: Dipl.-Ing. Jürgen Dzuba, Deutsche Flugsicherungs GmbH

Da sich im militärischen Flugbetrieb über 60% der vogelschlagbedingten Zwischenfälle im Tief- und Reiseflug ereignen, wurde bereits im Jahre 1967 mit dem Aufbau eines Vogelzugbeobachtungs-, -melde-, -vorhersage- und -warnsystems begonnen. Dieses System wird von der Bundeswehr getragen und in Teilen auch von der DFS - Deutsche Flugsicherung GmbH - genutzt. Waren es zunächst nur die visuellen Beobachtungen ziviler und militärischer Wetterstationen, die als Datenlieferanten dienten, so sind es heute in erster Linie die Radarstellungen der Luftverteidigung und Radaranlagen der zivilen Flugsicherung. Rund um die Uhr wird mit zunehmend rechnergestützten automatisierten Verfahren der Vogelzug in der BRD erfasst und fernschriftlich an eine zentrale Stelle gemeldet. In dieser Zentrale werden die übermittelten Datensätze mit Hilfe rechnergestützter automatischer Verfahren in Vogelzugvorhersagen bzw. Vogelschlagwarnungen, sog. Birdtams, umgesetzt und dem zivilen wie dem militärischen Luftverkehr fernschriftlich verfügbar gemacht. Im Flugbetrieb der Bundeswehr kommt es dadurch zeitweise zu erheblichen Einschränkungen des Tiefflugbetriebs; eine deutliche Reduzierung vogelschlagbedingter Zwischenfälle im militärischen Flugbetrieb war die Folge. Für den zivilen Luftverkehr haben diese Warnungen und Vorhersagen mehr informativen Charakter, jedoch hat auch hier der Pilot durchaus die Möglichkeit, durch spezielle flugbetriebliche Verfahren das Vogelschlagrisiko zu minimieren. Vogelbeobachtungen werden sich in Zukunft verstärkt auch an den Radaranlagen im Bereich der Flughäfen durchführen lassen. Sie ermöglichen sehr spezielle Untersuchungen über das Vogelzuggeschehen in den Flughafennahbereichen und somit auch die Erstellung sehr konkreter, raumbezogener Bewertungen und Warnungen.